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Erfahrungsbericht Ilaria S.*
Abnehmspritze zwischen Erfolg, Nebenwirkungen und langfristiger Entscheidung
Ich freue mich, meine persönlichen Erfahrungen mit der medikamentösen Therapie zur Gewichtsreduktion zu teilen. Mir ist es wichtig, offen darüber zu sprechen, da solche Berichte anderen Betroffenen bei der Entscheidung helfen können, ob dieser Weg für sie passend ist oder nicht.
Im März 2022 habe ich erstmals mit einer medikamentösen Therapie begonnen. Dabei handelte es sich um Ozempic. Die Behandlung startete mit einer Dosierung von 0,5 mg, die ich vier Wochen lang einmal wöchentlich gespritzt habe. Anschließend wurde die Dosis auf 0,75 mg erhöht, die ich etwa drei Monate lang angewendet habe. Danach wurde die Dosierung auf 1 mg gesteigert, welche ich ungefähr ein Jahr lang beibehalten habe.
In den ersten sechs Monaten der Behandlung konnte ich mein Gewicht von etwa 110 kg auf rund 90 kg reduzieren. Mit diesem Ergebnis war ich zu diesem Zeitpunkt sehr zufrieden. Allerdings hatte ich damals auch Bedenken, die Dosierung noch weiter zu erhöhen, da zu dieser Zeit noch relativ wenig über mögliche langfristige Auswirkungen dieser Medikamente bekannt war.
Während der Behandlung hatte ich jedoch teilweise deutliche Nebenwirkungen. Besonders in den ersten drei Monaten litt ich häufig unter starker Übelkeit. An meinem Spritzentag, der sonntags war, konnte ich meist kaum etwas essen, weil mir dauerhaft schlecht war. Auch am darauffolgenden Montag hatte ich regelmäßig Probleme: Wenn ich zu früh aufstand, bekam ich starke Bauchschmerzen, mein Bauch fühlte sich sehr hart an und mir wurde schwindelig. Dadurch hatte ich teilweise Kreislaufprobleme und musste montags häufig später arbeiten.
Auch nach dem Essen kam es manchmal zu unangenehmen Reaktionen. Wenn ich etwas mehr gegessen hatte, traten etwa eine halbe Stunde später Schweißausbrüche, Übelkeit und ein starkes Unwohlsein auf, sodass ich mich häufig hinlegen musste. Positiv war zwar, dass das Hungergefühl deutlich reduziert war, allerdings war die Behandlung körperlich nicht immer leicht für mich.
Hinzu kommt ein Effekt, den ich bis heute bemerke: Wenn ich den Geruch von Desinfektionsmittel wahrnehme, verspüre ich teilweise automatisch einen Schmerz im Unterbauch, an der Stelle, an der ich früher die Injektionen gesetzt habe.
Die erste Therapie habe ich schließlich beendet, als es zu einem Lieferengpass kam und Ozempic zeitweise nur noch für Diabetespatienten verfügbar war. Mein Arzt bot mir zwar an, auf Wegovy umzusteigen, allerdings hatte ich zu diesem Zeitpunkt Bedenken wegen des Medikamentenwechsels und auch wegen der höheren Kosten, weshalb ich mich entschied, die Behandlung komplett zu beenden.
Nach dem Absetzen nahm ich innerhalb von etwa einem Jahr die verlorenen 20 kg wieder zu. Im Sommer 2024 wandte ich mich deshalb an ein Adipositaszentrum der Uniklinik Köln, weil ich zu diesem Zeitpunkt bereits wieder etwa 95 kg wog und Angst hatte, weiter zuzunehmen. Dort wurde mir erneut eine medikamentöse Therapie mit Wegovy empfohlen sowie eine begleitende App zur Unterstützung.
Im Dezember 2024 begann ich dann erneut mit einer Behandlung, diesmal mit Wegovy über einen Online-Arzt. Ich startete mit 0,25 mg und steigerte die Dosis monatlich bis auf 1 mg. Insgesamt habe ich das Medikament etwa vier Monate lang eingenommen. Zu diesem Zeitpunkt lag mein Gewicht bei etwa 107 kg.
Trotz der Therapie und einer bewussten Ernährung konnte ich in dieser Zeit jedoch kaum Gewicht verlieren – insgesamt waren es maximal etwa 2 kg. Zusätzlich habe ich in dieser Phase Proteinfasten durchgeführt, also täglich zwei Eiweißshakes zu mir genommen und generell sehr auf eine proteinreiche und kohlenhydratärmere Ernährung geachtet. Da die Kosten der Behandlung relativ hoch waren und die Wirkung für mich sehr gering blieb, habe ich mich schließlich entschieden, auch diese Therapie wieder abzusetzen.
Heute wiege ich etwa 120 kg. Ich bewege mich viel im Alltag, gehe gerne zu Fuß und achte grundsätzlich auf meine Ernährung. Auch meine Blutwerte sind laut ärztlicher Rückmeldung unauffällig. Dennoch fällt es mir sehr schwer, dauerhaft Gewicht zu verlieren oder mein Gewicht stabil zu halten.
Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, mich intensiver mit einer bariatrischen Operation auseinanderzusetzen. Für mich ist dies der Versuch, langfristig eine stabile und gesundheitlich sinnvolle Lösung zu finden, da ich nicht das Gefühl habe, dass eine dauerhafte medikamentöse Therapie für mich persönlich der richtige Weg ist.
Ich hoffe sehr, dass meine Erfahrungen anderen Betroffenen einen ehrlichen Einblick geben können und vielleicht dabei helfen, eine informierte Entscheidung für den eigenen Weg zu treffen.
*Hinweis: Dieser Erfahrungsbericht basiert auf den persönlichen Erlebnissen einer Patientin. Der individuelle Verlauf und die Ergebnisse einer Behandlung können unterschiedlich sein. Die Inhalte dienen der Information und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung.
Abnehmspritze oder Operation? - Infoveranstaltung am 12. Mai 2026
Medikamente wie Wegovy, Ozempic oder Mounjaro haben die Behandlung der Adipositas in den vergangenen Jahren stark verändert. In Medien und sozialen Netzwerken wird die sogenannte „Abnehmspritze“ häufig als Alternative zur bariatrischen Operation dargestellt. Doch für Patientinnen und Patienten mit schwerer Adipositas – insbesondere bei einem Body-Mass-Index (BMI) über 40 – zeigt die wissenschaftliche Evidenz weiterhin klare Vorteile chirurgischer Verfahren. Das Adipositasexzellenzzentrum St. Franziskus lädt daher zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein:
Adipositastherapie heute - Ihre Fragen, unsere Antworten
📅12. Mai 2026
🕠17:30–19:00 Uhr
📍Adipositasexzellenzzentrum St. Franziskus, Köln-Ehrenfeld
Seit mehr als 20 Jahren bietet das Zentrum bariatrische Eingriffe wie Schlauchmagen und Magenbypass an. Die Kosten der operativen Therapie werden in der Regel von den Krankenkassen getragen. Jede Operation ist in ein strukturiertes, multimodales Behandlungskonzept eingebettet, bestehend aus Ernährungsmedizin, Bewegungstherapie und verhaltenstherapeutischer Begleitung.
